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Poetenblog? Nicht mehr da!

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Was Jagen & Sammeln mit Drogen zu tun haben

Veröffentlicht am 4. Juli 2011 von WORTlieb mARTin in Genuss

Zum Beispiel fragen wir uns an die vorangehenden Artikel weiter, weshalb wir stets mehr einkaufen, als auf dem Zettel steht. Oder weshalb wir etwas kaufen, was wir gar nicht benötigten, aber wir kaufen es wegen dem 50% Reduktionspreis. Wir fragen uns, woher auch die Gier des Geldes im Allgemeinen kommt, woher die Gier etwas zu besitzen. Wir fragen uns, worin der Sinn besteht, eine Anhäufung von Materialien anzuschaffen, die nach unserem Tod weder mitgenommen werden könnten, noch unseren zukünftig zeitgemässen Nachkommen eine Freude schenken werden.

Es ist das Sammeln.
hoehlenmalerei.jpg
Fragt man also einige eingefleischte Sammler, so sind die Beweggründe für ihre Leidenschaft genauso vielseitig wie die begehrten Gegenstände selbst: Freizeitbeschäftigung,  Erinnerungsstücke, geschichtliches Interesse oder schlicht die Freude an der Schönheit von Kunst- oder künstlichen Objekten. Doch wissenschaftlich betrachtet, geht es oft um ganz etwas anderes.

Der Hang zum Sammeln ist Teil unserer Entwicklungsgeschichte und damit in jedem von uns. Hierbei handelt es nicht um den weiblichen oder männlichen Menschen. Der Urmensch lebte als Jäger und Sammler. Je mehr er jagte und sammelte, umso erfolgreicher war er, weil er nicht nur sich, sondern auch seine ganze Familie und im besten Falle sogar seine ganze Sippe mit dem Ersammelten und Erjagten ernähren konnte. Wer erfolgreich war, konnte schliesslich auch seine Gene weitergeben. Ein evolutionäres Belohnungsprinzip. Das Sammeln von Gegenständen ist ein Bedürfnis, welches in jedem von uns steckt, es ist ein ganz archaischer Instinkt. Heute sammeln wir scheinbar sinnlose Gegenstände und wir sammeln sie nicht zum Überleben, sondern, weil sie uns Freude bereiten oder für Genugtuung sorgen. Das ist so, weil in uns immer noch die gleichen Hormone ausgeschüttet werden, wie beim Urmenschen. Beim Kauf eines Sammlerstückes belohnt uns Serotonin mit positiven Gefühlen, ein Hormon, das innere Harmonie verbreitet. Außerdem wird Endorphin freigesetzt, ein körpereigenes Opiat. Es sorgt für ein euphorisches Glücksgefühl. Der Botenstoff Oxytocin, das so genannte "Kuschelhormon", sorgt für eine enge Bindung zwischen Sammler und Objekt. So ensteht ein ganzer Hormoncocktail, der früher den Urmenschen dazu anregte, immer mehr zu sammeln. Und das funktioniert auch heute noch. Verantwortlich dafür ist die Sucht nach dem Kick, den die "Beute" im Körper und in der Psyche auslöst. Während des Kaufes werden ausserdem massenhaft Adreanalin und Noradrenalin ausgeschüttet. Der Blutdruck steigt, das Herz rast – ein positiver Stress setzt ein. Aber der Kick hält nicht lange an. Denn nach relativ kurzer Zeit nachdem die "Beute" erlegt ist, sinkt der Hormonpegel regelmässig auch schon wieder stetig ein wenig. Was bleibt, ist die langsam-schleichende Ernüchterung. Und der tiefe Wunsch nach dem nächsten Rausch, nach dem nächsten Kauf, nach dem nächsten Sex- oder Sammlerobjekt, nach dem nächsten Schnäppchen, nach dem nächsten Häppchen, nach dem nächsten Gratisdrink, nach dem nächsten Kick...

In diesem Sinne: "Stay clean!"

...die Fortsetzung dieses Gedankens folgt...!

 

Ausschnitte aus: "schön&gut - Der sich spiegelnde Mensch", von WORTlieb, 2007

 

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Markus Berger 08/22/2011 12:49



Gestern hab ich auch 5 ein halb Kilo Waschpulver gekauft, obschon ich bloss einen Becher voll bräuchte... ;-)



WORTlieb mARTin 08/27/2011 22:57



Das stimmt, so bekommen sie uns auch immer wieder... die da oben! [|;¬)