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Poetenblog? Nicht mehr da!

Wir wollten mal was Neues, was Besseres, auf WordPress: http://wortliebling.com

Des Herbstes Füllhorn

Der Herbst ist herb, farben und voller nebelbeladenem
Wälderrauschen mitten im nackten Novemberwind
legt sich doch in Angesicht des Ursprungs Grösse
ein in Demut verfallener Zauber im Herbste nieder.
Goldregen fällt unter Bäume voller Bunt zu Boden,
das Ballett des Blätterwehens betanzt in Schwaden
belaubtes Land, zum Pflücken hingegebenes Pfand
in sternbedeckter Mondesnacht - der Herbst entfacht
eben erst in seiner vollen Fülle seine volle Pracht
je mehr seine Hülle fällt, je mehr die Kahlheit wacht.
Der Herbst, der herb ist, lässt die Misteln sprießen,
Blätterteppiche ausrollen und Drachen steigen,
Gaben jagen mit dem Horn der Amaltheia bestückt
mit dem Bogen der Artemis und einer Hippe bewaffnet,
von rankenden Reben des Dionysos’ umgeben, verführt
im Geleit von Fruchtbarkeit und Segen in Gestalt
Pomonas Allegorien schicken uns zur Jagd,
um zu ernten, was eben im Herbst erst gelesen,
was spät im November nur gepflückt werden kann.
Ernten, was gesät wurde, bis des Herbstes Füllhorn stramm
gefüllt mit Früchtchen dieser Erde, Felder und Wälder
labenden Gaben aus güldener Natur, opulent
geschmückt mit Licht, geborgen mit der Dämmerung,
behütet von Glück und Reichtum begleitend umsorgt
von breiten Paletten des Dankes schön umhüllt
im Laubgewand der Jahreszeiten umherwirbelt
und mit vollen Kellen aus vollen Kelchen schöpft,
trotz und eben gerade wegen dieser klaren Barheit
ist des Herbstes Füllhorn prass und prall gefüllt
mit Beute, Ernte und Lese; satt mit Früchten
seiner Saaten üppiger Ernte reicher Taten
zum Naschen und Nähren, zum Haben und Sein.

WORTlieb mARTin
19. November 2011her psst