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Der PoetenBlog begleitet mich auf meinen sur- und subrealen Reisen. Als augenzwinkernder Poet und Dramatiker begebe ich mich gerne genüßlich im Klubseßel - mit einem halbvollen Glas und einer Selbstgedrehten in der Hand - auf eine gedankliche Odyssee... Für Sie als irreale Nachlese bereitgestellt.

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Sunday, 8. november 2009 7 08 /11 /Nov. /2009 01:11
- von WORTlieb mARTin
Plötzlich spricht mich einer in der Kneipe vis-à-vis an und schimpft mit mir. Er habe in diesem Internet den [Poetenblog] gesehen und er fände ihn zwar gut, aber ich sei ein Schwein. Obschon ich ihm zustimme ohne nachzufragen, erklärt er mir dennoch, weshalb ich ein Schwein sei. Mein Blog sei Verursacher des Klimawandels. Punkt. Da hab ichs wieder: Ich bin schuld. "Sorry", sage ich ohne nachzufragen. Dennoch lässt er es sich nicht nehmen, mir die Kausalzusammenhänge zu erklären. Durch die Nutzung meines Blogs verbrauche ich mit jedem einzelnen Seitenaufruf ca. 0,02 Gramm CO2, das höre sich vielleicht nicht nach viel an. Ich stimme ihm abermals zu, ohne darauf einzugehen, aber der nette Herr habe sich die Mühe gemacht und hat dies für mich, bzw. für den [Poetenblog] anhand der Seitenaufrufstatistik einmal ausgerechnet. Der [Poetenblog] verbraucht also pro Jahr durchschnittlich ca. 4 Kilogramm CO2. Ich staune. Bevor ich jedoch fragen kann, was man dagegen tun könne, litaniert der Herr weiter: Das selbe sei es nämlich mit der Werbung. Ich stimme ihm zu, ohne zu wissen, weshalb, aber im Wissen, dass er sowieso von sich aus weitersprechen würde. So ist es auch: Pro Jahr und Haushalt werden ganze 33kg Wurfwerbesendungen, Briefkastenfüller und Werbeprospekte, die einfach so ohne Bestellung in unseren Briefkästen landen, als Papiermüll weggeschmissen. Das wäre ja noch Eines, sagt er, schliesslich könne man das meiste davon recyclen. Aber woran niemand denkt, sagt er, sei, dass für die Produktion dieser Briefkasten-Werbung jährlich über 2.7 Millionen Bäume gefällt werden. Zumindest in Deutschland, die Zahlen für die Schweiz seien ihm nicht so geläufig. Aber er wisse ganz genau, dass für die selbe Produktion jährlich 1,157 Millionen Kilowattstunden Strom verbraucht werden. Dies würde reichen, um 2 Millionen Energiesparlampen durchgehend ein Jahr lang mit Energie zu versorgen. Diese Produktion der unerwünschten Werbemittel verursacht natürlich auch wieder CO2 und zwar ganze 455.400 Tonnen jährlich. Dies sei aber noch nicht alles, sagt er, denn mit der Herstellung dieser Werbung werden zusätzlich auch noch über 4,62 Milliarden Liter Wasser verschmutzt. Wie genau wisse er auch nicht, er wisse nur, dass dies alles der Wahrheit entspräche. All diese Zahlen klingen für mich gigantisch - zumal eine solche Verschmutzung der Umwelt nun wirklich nicht nötig wäre. Ich zum Beispiel kenne absolut wirklich niemanden, der sich über die Wurfsendungen und Briefkastenwerbung freuen würde - im Sinne von "Endlich habe ich wieder etwas für den armen Altpapier-Container! Juhu". Als sich der vermeintlich engagierte Herr dann einige Zeit später von mir verabschiedet, geht er raus und steigt in einen Offroader; Ein Auto, das ich wegen seiner Umweltfreundlichkeit besonders schätze.

Was hat er eben zu mir gesagt? Ich sei ein Schwein? Dabei bin ich doch koscher... Weshalb soll ich nun ein Schwein sein? Wegen dem vielen [Poetenblog]-CO2?  - Diese 4kg CO2, die der [Poetenblog] pro Jahr verbraucht, verursacht ein einzelner Autofahrer bereits mit 1.5 Liter Benzin! - "Bah, so ein Heuchler!" denke ich. Da ich aber der Überzeugung bin, dass im Vergleich - und nicht im Detail - der Teufel steckt, gehe ich nicht weiter auf meinen Gedanken der Umweltverschmutzung durch Automobile ein und bleibe bei meinem Blog und der Briefkastenwerbung. Kurz im umweltweiten Web nach diesen Zahlen und Themen recherchiert, stosse ich doch tatsächlich auf eine Seite, die mir genau die Informationen bietet, die ich suche und zugleich auch noch die Antworten auf diese Problematik präsentiert. "Machs grün!" heisst eine Aktion, bei der eine Million Bäume gerettet werden sollen. Diese Webseite bietet an, völlig kostenlos "Keine Werbung" - Aufkleber für den Briefkasten zu versenden und ich muss sagen, ich habe noch selten so schöne "Stop Werbung" - Aufkleber gesehen. Für diejenigen, die dann aber traurig wären, dass sie über die neuesten Konsum-Aktionen nicht mehr informiert werden, hat "Machs grün!" eine Informationsseite gestartet, auf der man sich einen Überblick verschaffen kann, wo man was umwelt- und preisbewusst einkaufen kann. Je mehr Menschen einen Briefkastenwerbungs-Boykott starten, desto mehr Bäume werden gerettet. Zudem pflanzt die Aktion "Machs grün!" für jeden Blog, der sich dieser Problematik annimmt, einen Baum. Klingt einfach, ist es aber auch. Durch einen Baum wird pro Jahr 5 kg CO2 eingespart. Dies bedeutet, mein Blog ist ab sofort völlig CO2 neutral - und dies für die nächsten 50 Jahre! Den Kleber habe ich auch schon auf meinen Briefkasten gepappt und nun warte ich nur noch darauf, bis ich diesem Herrn mit dem Offroader wieder einmal in einer Kneipe begegne und ich ihm eine grüne Predigt halten kann... Warts ab!Angebote und Einkaufen klimaneutral - bei kaufDA.de
In diesem Sinne. "Stop the cars!"

P.S. an das "Machs grün"-Team:
Ich möchte den Baum, den Sie für den [Poetenblog] pflanzen werden, auf den Namen "Genesis" taufen. Wenns ein Junge wird, soll er "Der, der eigentlich in Israel stehen sollte" heissen. Und sollte es ein Zwitter sein: "Dendron". Vielen Dank!

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