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Wort, lieb.

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Der PoetenBlog begleitet mich auf meinen sur- und subrealen Reisen. Als augenzwinkernder Poet und Dramatiker begebe ich mich gerne genüßlich im Klubseßel - mit einem halbvollen Glas und einer Selbstgedrehten in der Hand - auf eine gedankliche Odyssee... Für Sie als irreale Nachlese bereitgestellt.

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Monday, 25. july 2011 1 25 /07 /Juli /2011 05:55
- von WORTlieb mARTin
elch.gif Wir richten nun unser Augenmerk auf das Jagen. Hauptsächlich horten weibliche, sich spiegelnde Menschen den Sammlertrieb ausgeprägter als die männlichen, sich spiegelnden. Da muss aber natürlich auch der Jagdinstinkt gefördert und befriedigt werden können. Die weitläufige Meinung, dass die männlichen Menschen die Sammler seien, weil keine Frau Briefmarken sammle oder Bierflaschen aus aller Herren Länder, ist falsch. Irrtümlicherweise gehört das Sammeln von Bücher, von Briefmarken, von Autogrammen, etc. nicht zum Sammlertrieb, sondern zum Jagdinstinkt. Ein Bibliophiler jagt nach Erstausgaben, nach signierten und nummerierten Büchern, er jagt Sonderdrucken hinterher und seltenen Exemplaren. Dass er Bücher auch tatsächlich sammelt, steht im selben Verhältnis, wie der Jäger die Köpfe seiner Beute ausgestopft an die Wand hängt. Das Sammeln von Büchern ist bei einem Bücherjäger somit eine zwangsläufige Begleiterscheinung des Jagens. Die jagenden Menschen spielen gerne Computerspiele, gehen auf die Pirsch und schauen einem Fussball-Spiel zu, bei dem es nur darum geht, einem Ball nachzujagen, um herauszufinden, welche Mannschaft die Beute zuerst erledigen kann. Fussball findet auch seinen Ursprung im Krieg. Gespielt wurde mit abgehackten Schädeln der Feinde - also Trophäen -, um den eigenen Sieg zu beweisen und die Überlegenheit zu demonstrieren. Macht und Stärke sind die Waffen; Trophäen und Pokale die Spielzeuge der jagenden Menschen. Die Playstation gehört mittlerweile zur Grundausstattung eines jeden Junggesellenhaushaltes und die Highscore-List zu den meistgelesensten Zeilen. Spiele bei dem sich der jagende Mensch voll austoben kann, sich in die ureigene Jägerrolle hineinversetzen kann und ballern, alles abknallen, was er als Beute ansieht. Gewonnen hat bei solchen Spielen immer der, der am meisten gejagt hat, am meisten Beute gemacht, am schnellsten reagiert und am meisten Punkte gesammelt hat. Der jagende Mensch jagt nach allem, was bei 13 nicht auf den Bäumen ist, wir jagen im Sport, beim Spiel, im Krieg, beim Flirten und beim Autofahren.

Also, "Stay awake!"

Ausschnitte aus: "schön&gut - Der sich spiegelnde Mensch", von WORTlieb, 2007


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