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Humor: Satire, Ironie und Spott

Veröffentlicht am 19. März 2011 von WORTlieb mARTin in Humor

greengoblin.gif Das ist der Green Goblin, der grüne Kobold, welcher in der Welt der Marvel-Comics zwar ein Schurke ist, aber ein recht harmloser. Seine Waffen sind spitze Messer gegen die Gesellschaft in Form von Fledermäusen und kleine explodierende Kürbisse, die er im Kampf gegen Spiderman, Hyänen-Beamte und sonstiges Ungeziefer einsetzt. Er verhält sich eben auch wie ein kleiner Satyr. Ursprünglich glaubte man, dass die Satiriker von ihm abstammen. Ein Satyr ist ein Waldgeist im Gefolge von Dyonisos. Der Satyr verkörpert einen wollüstigen Kobold, mit struppigen Haaren, einer stumpfen, aufgeworfenen Nase, zugespitzten Ohren und einem Ziegenschwanz versehen. Natürlich dürfen bei einem Satiriker die Hörnchen nicht fehlen und - wie es sich in der griechischen Mythologie so hält - einen erregten Phallus. Es ist gut denkbar, dass die heutigen Satiriker von einem solchen Gefolge des Weingottes, der Freude, der Fruchtbarkeit und der Ekstase abstammen... Leider haben wir herausgefunden, dass dem nicht so ist. Satiriker stammen eben nicht von Satyr ab, sondern vom lateinischen Wort "satira", was soviel bedeutet wie "bunt gemischtes Allerlei" in Bezug auf Spottschriften. So soll es auch sein.

Die Satire ist eine Literaturgattung, die durch Übertreibung, Ironie und Spott Kritik an Personen oder Zuständen üben möchte. Einerseits gilt der Spott sogar als Waffe und kann in gewissen, groben Fällen sogar zu einer Körperverletzungsklage führen.  

harleyquinnSpott ist ein Mittel in der Polemik und seine Stilmittel sind die Parodie, die Persiflage und die Karikatur. Die Hofnarren - oft mit spitzer Nase und spitzem Kinn dargestellt - waren nicht nur richtige, hauptberufliche Spötter, sondern sie durften per Gesetz auch verspottet werden. Der Narr war die einzige Person, über die man Lügen und Peinlichkeiten verbreiten durfte, ohne bestraft zu werden. Hier wird der Spötter dargestellt durch Dr. Harleen Quinzel, genannt Harley Quinn, welche gegen jede Art von Gift immun ist. Sie entwickelt eine Hassliebe zum Joker, mit welchem sie sich immer streitet und auch wieder versöhnt. So entwickelt eben auch der Spötter eine eigene Beziehung zu den von ihm Verspotteten.  Spötter sagen mehrmals am Tag "Ätsch!" und empfinden oft eine mögliche, potentielle Schadenfreude, meinen es aber nicht wirklich schlecht.

 


riddler.gifDer Ironiker gleicht dem bekannten Gegner Batmans, dem Riddler, dem Rätsler. Er hat ebenfalls - wie viele Helden - keine Superkräfte. Wie der Riddler versucht der Ironiker sein Gegenüber zu irritieren, indem er Rätsel aufgibt, Fragen stellt oder mehrdeutige Äusserungen von sich gibt. Die Ironie ist griechisch und heisst soviel wie "Vortäuschung". Ein Ironiker stellt sich zum Beispiel in der Fragestellung dumm, um mit scheinbar einfachen Rätseln den Gegner Schachmatt zu setzen. Die Ironie an der ganzen Sache ist deshalb, dass der Riddler oder der Ironiker gar kein Bösewicht ist, sondern eher ein Spieler. Er wird eben nur sehr oft und gerne missverstanden, seine Ironie wird falsch gedeutet oder mit sarkastischen Kommentaren übergangen. Dadurch werden die Ironiker oftmals zu Spöttern und später zu gut ausgebildeten Sardonisten oder Zynikern. Je nach dem, ob ihr Humor eher sadistisch oder masochistisch veranlagt ist: Das ist die Ironie des Schicksals...

In diesem Sinne: "Gehen Sie ins Kabarett!"

 


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maya hofberg 12/02/2011 10:50

da ich kabarett-theater bis hin zu kabarett-übertragungen liebe, bin ich, laut deinem pointierten schlusssatz, wohl in diese stufe einkategorisiert worden. du spötter du!

WORTlieb mARTin 12/19/2011 03:07



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