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Gedanken eines Anfängers.

Veröffentlicht am 1. November 2009 von WORTlieb mARTin in Poesie

Sprichwörtliche Poesie.

Zuerst besinns, dann beginns sagt ein Sprichwort und falsch ist es nicht, denn wer sich besinnt, bevor er beginnt, braucht sich nachher nicht zu ärgern, wenn es misslingt. Vor dem Anfang ist nach dem Anfang und da Bescheidenheit der Anfang aller Vernunft ist, bringt ein schlimmer Anfang wohl ein gutes Ende, denn wer anfängt, hat die Hälfte des Ganzen bereits hinter sich, denn die Strasse des geringsten Widerstandes ist nur am Anfang asphaltiert. Der Beginn ist kein Meisterstück, guter Anfang jedoch Glück und weil der Müssiggang jeder Laster Anfang ist, beginnt jeder Anfang mit dem ersten Schritt. Und da mit jedem Tag ein neuer Anfang beginnt, soll man nie aufhören anzufangen und nie anfangen aufzuhören. Ein überstürzter Anfang provoziert jedoch ein jähes Ende, denn die Wende zwischen Anfang und Schluss ist ein Muss nur für den, der sich nicht besinnt und kopflos eine Sache beginnt, denn wer anfängt muss auch wissen, dass sein Wissen ihm anhängt. Und zwar jenes Wissen vom Scheitern und des Weitern. Doch ist jeder Anfang leicht, Beharren jedoch eine Kunst und wer von Anfang an genau weiß, wohin sein Weg führt, wird es nie weit bringen. Wer jedoch nie beginnt, der nie gewinnt, wer nie etwas versucht, der nie flucht darüber was ihm misslungen, doch böse Zungen sagen auch, dass das Versagen bei manchen Seelen so Brauch, doch auch, dass das Gesetz der Wahrscheinlichkeit wahrscheinlich besagt, dass wenn man versagt, das Gelingen nicht weit von ihm tagt. Auch bei der Liebe ist es nicht anders: Am Anfang gehören alle Gedanken der Liebe. Später gehört dann alle Liebe den Gedanken, denn das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit. Ja, in der Liebe ist der Anfang schwer, das Beenden jedoch noch viel mehr, denn im Herzen eines Menschen ruht der Anfang und das Ende aller Dinge. Und wenn auch die Welt im Ganzen fortschreitet, muss die Jugend doch immer wieder von vorn anfangen, doch selbst der beste Anfänger kann nicht am Ende seiner Lehre sein. Wenn du aufnimmst deine Arbeit, hast du am Ende noch mehr Zeit, drum mach den ersten Schritt und gib deiner Faulheit einen Tritt, denn nur wer etwas in Gang setzt, kann in Gang kommen und die Wonnen des Erfolgs ernten, drum setz an und denk daran, dass es das Misslingen nicht gäbe, würde man gar nicht beginnen. Der Anfang ist das Ende der Lethargie und die Lethargie ist das Ende des Anfangs. Anfänglich war das Ende ziemlich anhänglich, doch endlich fing jemand an, dem Ende entgegen zu steuern und fing an.

 

Doch was war am Anfang? Die einen sagen, am Anfang war das Wort oder waren doch die Buchstaben zuerst da? Jedenfalls war am Anfang sicher nicht das Geschwätz. Andere sagen, am Anfang sei das Licht gewesen, oder war es doch das Tohuwabohu? Jedenfalls war am Anfang sicher nicht das Ende, obschon aller Anfang auf Vollendung hingerichtet ist. Wieder andere stellen fest, dass am Anfang die Welt, Himmel und Erde erschaffen wurde, oder war vorher doch noch die Tat? Jedenfalls ist aller Anfang schwer, doch ohne ihn kein Ende wär, denn aus kleinem Anfang entspringen grosse Dinge, obschon der Anfang fürchtet, womit das Ende scherzt. Doch wer sich zuerst besinnt und erst dann beginnt hat keine Zeit verloren, doch er hat etwas Neues geboren, etwas Schönes zu Schönem erkoren und erfunden neue Wunden des Misslingens, denn der Sinn des Beginnens liegt nicht im Vollenden, sondern im Versenden neuer Gedanken, welche immer wieder von der unermesslichen Kraft des Geistes tanken, und wer nicht anstimmt einen neuen Ton, der erhält auch nie den geist’gen Lohn. Drum warte und besinne, dann starte und beginne, mach den Anfang, bring etwas ins Rollen, man muss nur wollen, denn ein Gedanke gründet, wo der Anfang mündet, doch wer den Anfang nicht ehrt, ist die Vollendung auch nicht wert.

 

Am Anfang hiess es "lebe lang!" - das Ende klang jedoch wie Grabgesang.

 

In diesem Sinne: "Begin something!"


 

NEU: 


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