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Poetenblog? Nicht mehr da!

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Eine schweinische Apologie.

Veröffentlicht am 20. November 2009 von WORTlieb mARTin in Oden

Die Schweinegrippe ist ein den Schweinen vorgeworfenes, gefundenes Fressen für die Satire. Was ist aber so schlimm an diesen erkälteten Schweinen? Das Schwein wird in diesen Tagen einfach so richtig zur Sau gemacht. Völlig zu unrecht - wie ich finde. Schon in der Musik ist die Sau vertreten, zum Beispiel durch Max Raabe, der von keiner Sau angerufen wird oder durch die Prinzen, die behaupten, man müsse ein Schwein sein in dieser Welt. Was wäre Walt Disney ohne "The Three little Pigs" und wo wäre die divenhafte "Miss Piggy" und das Schwiegermütter-zum- Weinen-bringende "Schweinchen Babe" abgeblieben, wenn die Sau nicht auf saumässige Resonanz stossen würde. Ich zum Beispiel bin gerade so richtig saugut drauf und trage sauteure Klamotten, auch habe ich oft ein Sauglück. Das Schwein repräsentiert schon seit Jahrhunderten das Glück selbst. Auch Hans im Glück war mit einer Sau unter den Armen anzutreffen.  Aber auf den Teller kommt mir die Sau immer noch nicht! Dennoch werde ich nun mal mit ein paar Vorurteilen aufräumen:
Als Erstes und Ein für alle Mal: Ein Eber kann zum Beispiel wöchentlich 5 Säue begatten und  erfolgreich besamen, wobei man bedenken muss, dass so ein Schwein einen Orgasmus von über 30 Minuten pflegen kann und ausserdem statt zwei, ganze sechs bis 24 Zitzen besitzt. Das Wort "versaut" ist demnach angebracht. Auch ist es demnach korrekt, zu sagen, dass man im Bett die Sau rauslasse.
Weitere Vorteile der Sau: Die Sau, das Schwein, der Eber und das Ferkel ist seit über 9000 Jahren der treuste Freund des Menschen - nicht der Hund. Ein Schwein findet bis zu zehn Trüffel pro Jahr - deshalb ist diese Delikatesse, die weltweit mit hohen Preisen geschätzt wird, sehr rar, aber unverzichtbar. Anderen Schweinen werden Perlen vorgeworfen, so dass auch mal eine blinde Sau eine Perle finden kann. Es interessiert sich keine Sau um diejenigen, die auf der Strasse wie eine gesengte Sau fahren. Sie sehen, dass auch im Sprachgebrauch die Sau allgegenwärtig ist. Wenn jemand so richtig "abferkelt", dann bedeutet dies etymologisch, dass er - oder besser gesagt sie - gerade gebärt. Bei der Geburt wiegt ein Ferkel bloss 1.4 Kilogramm. Während den Jahren bewegt sich das Gewicht zwischen 180 und 250 Kilogramm. Der Ausspruch "Unter aller Sau" ist seit dem Jahre 1900 bezeugt, führt auf das Jüdische zurück und hat gar nichts mit einer Sau zu tun. Einerseits muss man wissen, dass man früher bei Wettbewerben dem Letztplatzierten als "Trostpreis" eine Sau verliehen hatte. "Das ist unter aller Sau" ist demnach die Steigerung von "Das ist das Letzte!".  Volksetymologisch ist hier noch anzuführen, dass das jüdische Wort "Seo" - wörtlich übersetzt wird es mit "Massstab" - im Rotwelschen zu "Sau" geworden ist. Auch das Spanferkel heisst nicht wegen des Spans, also dem Spiess auf dem man es aufspiesst und über dem Feuer dreht, so. Beim Wort "Span" handelt es sich um eine alte Bezeichnung für "Zitze". Ein Ferkel ist ein junges Schwein, welches weniger als 25 Kilogramm wiegt. Ein Spanferkel ist demnach ein Fräulein Sau, die noch von der Zitze in den Mund lebt. Sie fressen also noch nicht wie eine Sau. Normalerweise frisst eine Sau viel Getreide, Soja und Kartoffeln, Karotten und anderes Gemüse. Sie lebt also sehr gesund und fast vegetarisch. Obschon sie zu den Allesfressern gehören. Apropos Fressen: Weltweit werden über 961 Millionen Schweine geschlachtet, es ist das beliebteste Fleisch in der Hitlist der nichtjüdischen und nichtislamischen Länder. In der jüdischen und islamischen Religion gilt das Schwein als unrein und wird deshalb nicht gegessen. Dennoch ist das Schwein überhaupt nicht dreckig, im Gegenteil. In seinem Stall wird stets nur eine Ecke als Klo benutzt, der Rest des Saustalls wird reinlichst Kotfrei gehalten. Wenn sich Schweine im Schlamm suhlen, dient dies lediglich als Sonnenschutz, um einen Sonnenbrand auf ihrer zarten, rosa Haut zu vermeiden. Auch wurde bewiesen, dass Schweine über eine Intelligenz verfügen, die mit der von Primaten, unseren direkten Verwandten, vergleichbar ist.  Die Bezeichnung "Schweinegrippe" ist ebenfalls unangebracht, da die bereits bekannte, sogenannte "Schweinepest" eine Viruserkrankung der Schweine ist, die nicht auf den Menschen übertragbar ist.

Aus diesen hier aufgeführten Gründen fordere ich Gerechtigkeit für die Sau! Ich verlange eine klare Wiedergutmachung, um den Ruf des Schweines wieder herstellen zu können! Beginnend mit einer Namensänderung der "Schweinegrippe", die von nun an ganz einfach in "Mediengrippe" umgetauft werden soll!

In diesem Sinne: "Pigs will fly!"

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Paramantus 11/24/2009 17:53


Jetzt hab ich Hunger... Wie gut dass ich noch Schweinefleisch im Gefrierfach hab... :D


Pjotr 11/23/2009 20:41


Von jemandem, der keine Schwein isst, und auch keines ist, hätte ich so eine Verteidigungsrede "ProPig" nie erwartet... Der Poetenblog hat mich hinterrücks überrascht! :)