Wednesday, 24. march 2010
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von WORTlieb mARTin
Seit dem 9. Februar warte ich auf Dich. In der Salon-Bar suchte ich, verweilte ich, langweilte ich mich ohne Dich, wurde nicht
fündig, schaute in der Smoking-Lounge nach, doch dort warst
du soeben verduftet, hast Dich in Rauch aufgelöst und bist verschwunden. Stetig war ich, doch erfolglos. Wo warst Du bloß, hast ein neues Kleid bekommen, wie ich sehe. Hab Dich vermisst, war
eifrig Dich am Suchen, süchtete vor Eifer und Sehn. Sehnte mich, wollte Dich finden im WeltWeitenMeer, doch fand Dich bloss hier. Anderthalb Monate später. Du hast Dich verändert. Bist
schlanker geworden. Siehst hübsch aus. Hast Dich gewandelt von der dunklen Seite und bist heller geworden, Deine Alabasterhaut kam noch nie so gut zur Geltung. Du trägst die Farbe Orange kaum
mehr, das gefällt mir, Feuer hast du ja genug - obschon ich heute ganz in Orange gekommen bin. Dir zuliebe. - Lass Dich ansehen, ein richtig erwachsenes Kind bist Du geworden. Eine
Schreibmaschine hast Du bekommen. Einen neuen Namenszug auch. Schön, schön. Du bist in den Hintergrund getreten, lässt Dich vertreten und lässt die Worte zählen und walten, die Gedanken
schalten und Deine Wahrheit für richtig halten. Das machst Du gut so... Ich würde es genau so auch machen, hätte ich noch einmal die Gelegenheit dazu. Zynismus hast Du nicht mehr als
Programm, sondern als Prise der Gewürze, die Du über Deine Texte wehen lässt...Ohweh, wehe!
Wie schön, dass Du die Zynio-Karpfen noch hast, weisst Du noch, damals beim Goldfischteich? Klicke aber nicht zuviel auf den Teich, die Fische sind schnell
übersättigt, sind aber froh um jedes Futter. Was ist nur aus Dir geworden? Ich freu mich ja so für Dich. Zur Zeitung bist Du gekommen, weg vom Spielplatz. Die Zeitung ist der wahre
Spielplatz des Intellekts. Der Spielplatz selbst ist nur für Kinder und ungewollt Erwachsene. Da bist Du rausgewachsen, meine Schöne. Du bist nun reif. Reif für die Wirklichkeit, für die
unübertriebene Lüge und die übertriebene Wahrheit. Reif für all die Herrlichkeit in der Damenwelt und für all die Dämlichkeit in der Herrenwelt. Leg das Make-Up beiseite, Du strahlst durch
innere Schönheit, Deine Werte sind wie das Alphabet unbuchstabierbar. Leg die Puderdose weg, Du bist purer als die Püppchen von Blogs und Websites. Du bist die Einzige. Meine Prinzessin.
Meine kleine Seite. Du bist eine Seite von mir. Doch nur eine. Du bist eine Seite von mir, die anderen zeigt, wie schön es sein kann, die Augen zu öffnen. Eine Seite von mir, die zeigt, was
wichtig ist, wenn man die Wichtigkeit von anderen zulässt. Du bist eine Seite von mir, die zeigt, dass ich bin. Du bist ¼ Ich. Schön bist Du wieder da, darf ich Dich durchlesen, lese ich zu
einem Viertel mich. Lockerer bist Du geworden, nicht mehr so streng. Lässig, richtig cool, kühl oder kuhl. Fresh einfach. Toll, dass Du das in Deinem
Alter noch mitmachst, so eine neue Seite an sich zeigen, das machen ja nicht viele. Und dieses plötzliche Verschwinden, nicht melden und dann genauso plötzlich wieder Auftauchen. Das hat
mich noch fast fertig gemacht. Die meschuggene Video-Artikelreihe mit den diversen Arten von Männern durchschauen zu müssen, das hat mich einfach zu sehr blockiert. Aber nun bist Du ja
wieder da, mein lieber Blog, und machst weiter wie nie zuvor. Anders, aber besser. Kürzer. Highlightorientiert. Häppchenweise Gedankenstösse. Mundgerechte Philosophie. Augenschmeichelnde
Bilder. Alltägliche Wahnsinne. Die pure Sicht auf das wahre Leben mit dem ironisierenden Blick durch einen leidenden Poeten.
Mehr nicht. [|;¬)
In diesem Sinne: "Welcome back!"
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Marginalien, bunt.