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Die Loriot-Krise: Was ist jetzt noch Humor?

Veröffentlicht am 16. September 2011 von WORTlieb mARTin in Humor

humor1Humor ist Latein und bedeutet Feuchtigkeit oder auch Körpersaft, der eine lustige Stimmung erzeugt, und wurde früher deswegen den Sanguinikern zugeschrieben. Daher gründet Humor eben nicht nur im Hirn, sondern auch im Blut, im Herzen. Das Wort Humor wird ebenso von Humus für fruchtbare Erde frei übersetzt . Ein weiterer Fakt ist, dass der Wassergehalt des menschlichen Körpers von embryonalen 91,5% im Laufe seines Lebens auf seniorale 60% reduziert wird. So gesehen wird der Humor des Menschen mit zunehmendem Alter auch stetig trockener. Eine Theorie, die der saftiggrinsende Falstaff  auf dem Gemälde von Eduard von Grützner zu widerlegen droht...

Seit der deutsche Grossmeister Bernhard-Victor Christoph Carl von Bülow die Kabarettisten-Hölle erheitert, zittert der deutschsprachige Raum um seinen Humor.  Was ist jetzt noch Humor? ist nun in der Loriot-Krise die zentrale Frage. Oder wie der ebenfalls leider verstorbene Humorist und Schriftsteller Ephraim Kishon etwa fragen würde:
Gibt es den deutschen Humor noch und wenn ja, warum nicht?

Es erinnert vordergründig an ein Oxymoron, deutsch und Humor im selben Wortsinn zu verwenden. Klingt nach einem stillen Applaus. Da der hohe, deutsche Humor jedoch bestenfalls als subtil bezeichnet werden kann, muss er eben auch nicht bemerkt und aufdringlich wahrgenommen werden.

loHumor ist Kopfsache, individuell und auch genauso breitgefächert: Man unterteilt ihn deshalb. So ist der Hohn, die (Selbst)Ironie, Parodie, der Sarkasmus, Spott und Zynismus eine Humorart der Denkform. Hingegen kommt in der schriftlichen Form die Anekdote, Glosse, Satire und die komische Lyrik zum Zuge. Die mündlichen Formen sind der RunningGag, Kalauer, Scherz, der trockene Humor, die Schlagfertigkeit und die Zote. Einen gewissen Humor findet man auch bei Verhaltensformen wie in der Albernheit, Chuzpe oder Süffisanz. Bekannt und beliebt sind auch die darstellenden Formen wie die Clownerie, der Klamauk, der Comedy, Farce, Groteske, das Kabarett oder eben der darstellende RunningGag; der Slapstick. Genauso beliebt sind bildliche Formen in Gestalt von Cartoons, Comics und Karikaturen.

lo ri otIch bin bestrebt, in meinem Blogtreiben, all diese Arten des Humors zu berücksichtigen, wobei sich beim PoetenBlog doch immer wieder die hohen, netten - und stellenweise auch die bösen -  Humorarten deutlich besser abzeichnen. Um dies zu überprüfen, um Ihr Humorverständnis auf den neusten Stand zu bringen, wurde für Sie das PoetenBlog - Humorlexikon zusammengestellt. Nun ist dies aber schon einige Jahre her und der Humor ändert sich eben auch mit der Zeit. Damit Sie nun auch im Jahre 1 nach Loriot klar einteilen und urteilen können, zu welcher Humorart Sie passen - oder umgekehrt, wurde das kleine, augenzwinkerndes Lexikon der wichtigsten Humorarten, mit erklärenden Beispielen oder praktischen Ausführungen, mit Witz und einem gewissen Charme nun völlig überarbeitet und neu herausgegeben:

Um auf die Startseite des
neuen PoetenBlog-Humorlexikons
zu gelangen, auf der Sie eine Übersicht
zu den drei Stufen der Humorpyramide
finden werden, klicken Sie
HIER.


Und wenn Sie ebenfalls wissen möchten, welcher feuchte Humus mein persönliches Humorzentrum kitzelt, dann lesen Sie mal schön den PoetenBlog oder aus folgender Anekdote, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

Humor ist eine der Eigenschaften, die man nicht allen Schriftstellern zuordnen würde. Auch wenn das Werk von Franz Kafka zum Beispiel von vielen als düster, ja sogar bedrohlich wahrgenommen und zum Teil zurecht empfunden wird, haben seine Geschichten durchaus Humor, zumindest, wenn man ihn versteht. So berichtete Kafkas bester Freund Max Brod davon, wie ihm Kafka zum ersten Male aus seinem Roman «Der Prozess» vorlas. Kafka sei während dem Lesen immer wieder in schallendes Gelächter ausgebrochen, bei den ersten Kapiteln sogar so sehr, dass er zeitweilig die Lesung minutenlang unterbrechen musste, weil ihm vor lauter Gelächter die Tränen in die Augen geschossen seien, was Kafka wiederum verunmöglichte, weiterzulesen.

bulow.jpg


In diesem Sinne:  "Humor ist Perspektivenwechselei!"

 

 

Keine Sorge: Sie finden das "Humorlexikon" auch zukünftig rechts im Blog bei der WortWolke.  Die "Humor"-Rubrik mit allen lustigen Artikeln ebenfalls.

 

 



Kommentiere diesen Post

Rebekka 12/12/2011 13:08

Mir gefällt wieder einmal die visuelle Unterstützung zu deinen bissigen Texten. Die bösen Humorarten als Superschurken-Helden darzustellen, ist phantomös genial!
Auch die Bücher gefallen mir sehr zum Thema, nur die letzte Kategorie mit dem TV fällt mir aus allen Rahmen ;) Danke und weiterso!

WORTlieb mARTin 12/19/2011 03:06



Liebe Rebekka,
Du findest das Kapitel des niederen Humors nicht gut, aber den PoetenBlog?
Das sagt mir nur Eins: Du beweist -nicht nur visuellen - echten Geschmack.



Mischa1990 11/23/2011 05:03

Zum ganzen "Lexikon": Danke euch für diese explizite, lexikalische Formulierung des Humors. So konnte es mir noch nicht mal mein Prof an der Uni erklären...Bussi

WORTlieb mARTin 12/19/2011 03:08



Bussi zurück. Wohin unbekannterweise auch immer...



Scherzkeksin 10/12/2011 20:41


"Die Loriot-Krise!" Ich könnte dich gerade liebe für diese Schlagzeile!!! Das ist vollkommen wahr, der deutsche Humor nach Loriot? Was wird kommen, was uns erwarten? Wortlieb ?/!


WORTlieb mARTin 10/16/2011 22:57



Na dann lieb mich halt! [|;¬.



Susanne Flörich 09/18/2011 13:50


Ein sehr lustiger Artikel, vorallem wegen der Anekdote über Kafka und der Loriot-Krise an und für sich, aber auch das lexikalische Auflisten "Deiner" Humorarten fand ich sehr inspirierend,
verwirrend, witzig und verlasse nun den Poetenblog nach einer guten Stunde durchstöbern mit einem gelösten Amüsement, starte ich in den Nachmittag hinein!


WORTlieb mARTin 09/25/2011 19:30



Dankeschön.