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Poetenblog? Nicht mehr da!

Wir wollten mal was Neues, was Besseres, auf WordPress: http://wortliebling.com

Asoziale Medien (Netzmisanthropie)

Veröffentlicht am 25. Mai 2012 von WORTLIEB MARTIN in Social Media

Die virtuelle Welt im digitalen Zeitalter unserer Tage erwischt uns an unserer intimsten Stelle. Sie packt uns weder am Schlafittchen noch an den Eiern, sondern sie packt uns bei den Daten. Unsere Daten sind von der Webmafia der Net-Multis schon längst verkauft worden; werden misshandelt, unwillkürlich behandelt, wie Sklaven gehalten, von anonymen Gestalten als Druck- und Erpressungsmittel eingesetzt, für Werbezwecke verletzt und geschändet auch den freien Willen eines jeden einzelnen Users. Wer nicht sagt "Meine Daten gehören mir!", den scheren auch die Urheberrechte der anderen nichts. Bei Facebook™ wird alles zu allem von allen geteilt, geshared und von jedem kommentiert, bei Instagram™ und YouTube™ wird grosses Leben dokumentiert. Im eigens für die freie Meinungsäusserung angelegten Blog™ wird die Selbsttäuschung proklamiert, das Urheberrecht ignoriert und die Quellenangabe boykottiert. Und Daten werden kopiert. Respektlos copypasten Twitterer™ ungeniert fremde Gedanken oder schreiben alte Zitate ab ohne Anführungszeichen oder Nennung von Namen und heimsen Fav's, Like's und Gefällt mir's ein. Jeder #Blockupy_Aktivist besitzt mindestens ein Facebook™-Konto, über dies er per iPhone™ direkt vor Ort seine wahren und wahrscheinlich auch einzigen Freunde darüber informiert, wogegen er gerade genau occupied und wo irgend ein als Pirat verkleideter CDU-Politiker gelogen habe. Er kennzeichnet seinen gegenwärtigen Standort via Google™-StreetView™, macht beim #CAPSLOOKDAY mit, zeigt mit einer digitalen AIDS-Schleife im Avatar seine Solidarität und unterschreibt virtuell bei "Wir sind die Urheber!". Das digitale Wesen hintergeht sich selbst, seine Follower, Abonnenten und Freunde, es faked, betrügt und blendet, zeigt sich von der gesündesten Watte-Zucker-Seite und stellt nur die besten Fotos von sich rein - oder die schlechtesten von anderen. Es werden Phrasen gedroschen, Sprüche geklopft, Meinungen gemäht, Aphorismen gesät, Spott und Lob geerntet, es wird das Leben bejammert und erklärt. Multimediale Instantpublicity bedeutet polarisieren, politisieren und polemisieren;
 

 
Jeder versucht, seine Substanz irgendwie und mit aller Kraft in den Äther zu schicken, durch Glasfasern zu pressen, über Satelliten in die unendlichen Weiten des Alls zu senden. Schliesslich stellen wir unser Leben, unsere Daten und unsere Lebensdaten nicht ins Internet, ins Netz oder ins Web rein, sondern in die Welt hinaus. Freiwillig; ja. Aber bewusst? In der gegenwärtigen, totalen, persönlichkeitsorientierten Zukunft verschenken wir damit - weil wir den Wert nicht erkennen - all unsere geheimsten Wünsche™ und intimsten Träume™, unseren Ab- und Anstand, sowie unsere Beständigkeit in der zeitlosen Schnelllebigkeit. Der Beschenkte wird sich das Recht heraus nehmen, weiter zu gehen und uns auch noch unser Recht auf freie Persönlichkeitsentwicklung absprechen, damit er Google™Chrome™mässig unseren Charakter™ konfigurieren kann. Denn der gläserne Mensch ist ein Roboter, ein Bot™. Ein Follow-And-Friend-Bot, ein Gefällt-mir-Favoriten-Bot, manchmal Mal-, meistens aber Freeware für die Social-Media-Betreiber, Internet-Lizenzinhaber, Netz-Multis und Web-Monopolisten. 

In diesem Sinne: "Sven™ hat recht!"

a6.gifWir haben beobachtet, dass Leser,
die diesen Artikel gelesen haben,
sich auch für Folgendes interessierten:

- Offener Brief an die Staatstrojaner und Bundesspyware

-Voyeure an der Macht!

Kommentiere diesen Post

Kiat Gorina 06/19/2012 10:06


Ein sehr guter Artikel!


Übrigens, lt. letzter Statistik habe ich Leserinnen und Leser aus 100 verschiedenen Ländern. Wieviel Länder sind es bei dir? http://0z.fr/gno_2

PoetenBlogAdmin 06/25/2012 13:21



Dein Kommentar zeigt, dass Du lieber noch ein bisschen mehr überwacht werden willst und andere überwachen lässt, aus welchen Ländern Deine Leserschaft genau stammt. Doch wozu? Ich sehe zwar denn
Sinn darin nicht, aber ich zähle Dir die Länder gerne persönlich auf, da es Dich zu interessieren scheint: Schweiz, Deutschland, Österreich, Lichtenstein, Israel, Kanada, Namibia, Ungarn, USA und
Belgien.


Danke für das Kompliment für den Artikel. Als Bitte füge ich an, in zukünftigen Kommentaren etwas weniger Eigenwerbung zu machen - ohne doppelten Link. Das wird unsere
Leserschaft zu schätzen wissen. Und ich auch.



Diogenius 06/08/2012 17:20

Einerseits frage ich mich schon, wohin das führen mag, anderseits erinnere ich mich noch gut an die Debatte über das Fernsehformat "Big Brother" (schon der Titel)! Hinterher hat man gemerkt, dass
es nicht das Ende der Menschen würde war, sondern eben ganz banale Präsentation von durchschnittlichen Menschen war. Sowas passiet heutzutage im Internet eben millionenmal: http://christianrieger.de/allgemein/40-mal-erstes-mal/ Das muss man weder selbst machen noch gut finden, aber dramatisch finde ich es
eben auch nicht.

WORTLIEB MARTIN 06/09/2012 20:39



Wenigstens hat "Big Brother" uns nicht bereits beim Namen belogen.



Free Bot 05/29/2012 09:00


Ich denke jeder hat die freie Entscheidung ein Facebook Account o.ä. anzulegen und das so zu nutzen wie er es für richtig hält. Ich nutze mein Facebook Account ausschließlich für Geschäftszwecke
und würde gar nicht auf die Idee kommen irgendetwas privates da zu posten.

WORTLIEB MARTIN 06/01/2012 00:43



Die freie Wahl hat man leider nicht mehr. Man wird von jeder Website aus, die
einen einfachen "Gefällt mir"-Button oder eine versteckte "AdSense"-Werbung integriert hat, von Facebook oder Google ausspioniert, verfolgt und beobachtet. So wird man analysiert, auch ohne
überhaupt ein besagtes Konto oder eben ein solcher Account eröffnet und auch ohne es explizit erlaubt zu haben. Es gibt dutzend weitere solcher Beispiele.
... Falls man aber die freie Entscheidung hätte, wäre ich natürlich auch dafür...