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Poetenblog? Nicht mehr da!

Wir wollten mal was Neues, was Besseres, auf WordPress: http://wortliebling.com

Literatur, Theater, Fernsehen und Schund.

Veröffentlicht am 4. September 2009 von WORTlieb mARTin in Literatur

frag.jpgApropos Theater: Künstler sind nur solange Tolerant bis ihnen ein Konkurrent den Platz streitig macht. Die Literaturszene ist ganz anders, sie freut sich über jedes Buch, welches neu erschienen ist und über jeden Menschen, der dem Bann des Analphabetismus entronnen ist und nun auch Bücher schreiben kann ("Mein Weg aus dem Anal - phabetismus"). In der Literaturszene gibt es keinen Neid oder Platzanspruch oder gar Konkurrenzkampf, so wie bei der Pinsel-Liga, die sich immer wieder elitär und neidbesessen verhält.  Man spricht hier bereits vom sogenannten "KKK", dem KünstlerKonkurrenzKampf. Nirgendwo sonst ist aber dieser KKK (sämtliche Ähnlichkeiten mit einem gewissen Klan sind unbeabsichtigt;-) noch besser zu spüren wie in der Theaterszene. Die Literaturszene ist  das Gegenteil von der Theaterszene, deshalb habe ich mich vom Theater ab- und in der Literaturszene zur Ruhe gesetzt. Die Literatur ist das Rotkäpplein im Vergleich zum wölfischen Theater. Ein Schriftsteller ist nämlich selbständig. Er benötigt nur ein Forum, sprich einen Verlag, und schon ist er wieder autonom. Der Schauspieler hingegen ist an und für sich ein sehr uneigenständiges Element. Er ist abhängig von so vielen Faktoren, dass ein Konkurrenzkampf nur logisch ist, wenn man die Existenzangst miteinbezieht. Der schauspielerische Neid untereinander, der Kampf ums Überleben, etc. und wenn man es einigermassen geschafft hat, folgt der Kampf um die Quoten, um die Schauspielhausdirektoren, die Requisiteuren, die Ausstatter, Regisseure, Bühnenbelichter, etc. Selten könnte heutzutage ein Schauspieler bestehen, hätte er nicht einen guten Regisseur, der ihm sagt, was er tun soll, hätte er nicht einen professionellen Ausstatter, der ihm sagt, was er anziehen muss, hätte er nicht einen Lichtarrangeur, der ihn ins richtige Licht rückt. Würde man alle Komponenten eines Theaters streichen, um die wahre Schauspielkunst im Schauspieler zu sehen, stünden nur noch ein paar Hände voll Schauspieler auf der Bühne und nicht Millionen...


Nungut. Fairerweise muss ich hierzu noch sagen, dass wenn man gewisse Auflagen zur Herausgabe von Büchern erheben würde, kämen die Literaten auch nicht auf mehr als einigen Dutzenden. Bücher mit einem Titel wie "Wie setze ich einen Goldfisch aus", "Die Frau - der unbekannte Mann in dir" oder "Die Windsturmwehe - esoterische Gefühle in Worte gezwungen"  würden endlich aus den Regalen verschwinden. Vielleicht sogar einige Millionen von Bestsellern. Möglicherweise wäre Hera Lind auch nicht durchgekommen. Wahrscheinlich nicht einmal "Feuchtgebiete". Die Auflagen wären natürlich irgendwo bei Oscar Wilde, Baudelaire, Scholem Alejchem, Dostojewski, Herr von Goethe und Monty Phyton anzusiedeln....Was soll ich sagen. Vergessen wir das besser mit der Zensur und plädieren lieber auf den eigenen, individuellen Willen. Ich muss solchen Schund ja auch nicht sehen oder lesen. Es ist unser freier Wille. Schliesslich würden solche Bücher nicht gedruckt werden, würden wir sie nicht lesen und GZSG, DSDSDSDS, AWZ, A&Liebe, Alissa, Julia, Rodigo, etc. würden auch nicht gesendet werden, beherbergten wir nicht Menschen in unserem Lande, die sich solche Sendungen auch wirklich anschauen...


Deshalb fordere ich zum Wohle der Gemeinschaft, der Weltlage und als Mittel gegen die Krise, dass auf Privatfernsehsendern alle 3 Minuten, sowie auf den staatlichen Fernsehsendern alle 30 Minuten der folgende Schriftzug
eine Hundertstelsekunde lang eingeblendet wird:

"Achten Sie auf Ihr Fernsehverhalten!"

Somit fordere ich ebenfalls, dass auf jedem Theaterticket aus rechtlichen Gründen stehen muss:

"Jegliche Verantwortung wegen schlechten Aufführungen, Schauspielern, Regisseuren oder Plätzen wird kategorisch abgelehnt.
Theaterbesuch auf eigenes Risiko!"

Und somit fordere ich auch, dass auf jedem Buch, das gar nichts mit Literatur zu tun hat, ein Warnhinweis gut sichtbar anzubringen ist mit den Worten: 

"Der Kauf dieses Buches könnte den ganzen Literaturmarkt vernichten."



In diesem Sinne: "Enjoy responsibility!"

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Vivienne Vernier 09/04/2009 14:54

... und wohin flüchten dann all die unerfüllten Lebenserfahrungs-Autoren? In den Eigenverlag (was dann auch wieder zur Folge hat, dass die Wirtschaft angekurbelt, durch Individualismus, wird). Oder haben wir dann wieder einen Anstieg an Internetsüchtigen, die von Sinnen die Tastatur ihres PC's drücken und sich falsche Hoffnungen auf den von ihnen zu erreichenden Leserkreis im weltweiten Netz machen - um sodann eine Überlastung in den Glasfaserleitungen zu verursachen - und die am Ende mein noch ungestörtes Poetenblog-Lesen, stört.