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Über den Sex, den Bums und den Fick

Veröffentlicht am 22. Juli 2009 von WORTlieb mARTin in Sex & Erotik

Sex hat sich je kaum so gut verkauft wie in der heutigen Zeit. Deshalb auch dieser Blogartikel über den Sex, den Bums und den Fick. Denn: Sexuelle Revolutionen kommen und gehen. Meistens kommen sie aber, ausser in den prüden 50ern. Nach der Wirtschaftskrise brauchte es eine erotische Revoution, welche dann mit dem Rock'n'Roll einzug hielt. Die Tänze und die Songtexte waren gespickt mit sexuellen Anspielungen, welche die "Erwachsenen" nicht oder viel zu spät verstanden. Wenn man von "Twist and Shout" sprach, meinte man dabei nicht das Tanzen. Genauso wenig wie man bei einer "Hootchi Mama" an die eigene Mutter dachte oder wenn man von "Honky Tonky" sang, so war dies keineswegs Buschsprache, sondern es ging immer ums Liebemachen und dank der neu erfundenen Antibabypille konnte man auch mit allen das tun, ohne Angst zu haben, dass etwas daraus entstehen könnte. Dann kamen die wilden 68er, deren Revolution ich hier wohl nicht zu erläutern brauche. Freie Liebe begleitete uns bis in die 70er hinein, nach einer kurzen Erholungsphase folgte dann aber die nächsten Sex-Revolution in den 80ern, in denen die Homosexualität ans Tageslicht kam. Disco, Heavy Metal und Hip Hop gründeten sich in den 80ern, aber auch AIDS. Nachdem man vor einer Ansteckung dieser Krankheit Angst haben musste, wenn man Sex hatte, brauchte es in den 90ern wieder eine allgemeine Entspannung der Situation. Es gab dann Schlag auf Schlag, Beat auf Beat die Streetparade-Revolution - wie ich sie nenne. Wieder ging es um die freie Liebe, diesmal aber getrieben von einer anderen Droge, die einem in Ekstase schaukelte und einem zuflüsterte, dass man alle und jeden liebe. Zumindest bis das Zeug ausgefahren war. Am nächsten oder übernächsten Tag begann man dann aber alles wieder zu hassen, es sei denn man schmiss eine Pille nach. Die 2000er sind wieder eine folgerichtige Erholung dieser Revolutionen, es geht nicht mehr ums Bumsen, es geht wieder um wahre Werte, um die wahre Liebe. Treu sein wurde wichtig, alleinerziehende Frauen nehmen sich das Selbstbewusstsein, dass auch sie Kinder haben dürfen und Männer mit Verantwortung sind gefragt. In den 2000er ist uns allen klar, dass man wieder Anstand braucht. Das Wort "Ficken" darf man nicht in den Mund nehmen, es steht sogar auf der Liste der sieben verbotenen, schmutzigen Wörter. Genausowenig sagen wir "Bumsen". Entweder man spricht vom "Miteinanderschlafen" oder vom Liebemachen", wenn man schon sehr vulgär reden will, so sagt man mit vorgehaltener Hand "Sex". Nun, Liebe kann man nicht "machen", sie geschieht, die Romantiker unter Ihnen wissen das. Und ich jedenfalls schlafe nicht während dem Geschlechtsakt und das Wort Liebesakt kommt nur literarisch vor und nicht im allgemeinen Soprachgebrauch, auch ist mir der Begriff des "Vögelns" und des "Bürstens" sehr fremd. Sex ist einfach nichtssagend, Sexualität ist eine Geschlechtlichkeit, wobei mich hier der Wortteil "schlecht" stört.  Ficken ist meine Lieblingsbezeichnung fürs Bumsen, denn es ist immerhin eine ehrliche nichts beschönigende und auch nichts verheimlichende Beschreibung:  ficken bedeutet "schnell hin und her bewegen" oder eben "reiben". Die "Ficke" ist eine Kleidertasche, in die man etwas reinstecken kann. Das hin und her ficken findet man auch beim Mühle-Spiel und auch der frühere Schmied musste ein Schwert ficken - also hin und her bewegen -, um es reinigen zu können. Also kann man auch das Knie ficken, wie es so schnön neudeutsch heisst: Wer sein Knie schnell und oft genug beugt, der fickt es tatsächlich.  "Ficken" ist also ursprünglich kein vulgäres Wort, sondern eine Tatbeschreibung. Der Schriftsteller Ludwig von Ficker würde mir dies sicher bestätigen können, wäre er nicht während des Sex' gestorben. Das Wort "bumsen" ist ähnlich verankert wie das "Ficken". Es ist im weitesten Sinne eine Lautmalerei, eine Verballhornung und eine Geräuschbeschreibung. In diversen sexuellen Stellungen bumst es wirklich, wenn man sich hin und her fickt. In der heutigen Zeit der "political correctness" (aka PC) wird aber weder freie Liebe und unbedachtes Aufeinandereinlassen betrieben, noch wird über das, "was im Schlafzimmer passiert" gesprochen. Ausser hier, denn: Ich bin weder ein Revolutionär, noch bn ich ein Schläfer oder Macher, ich bin und bleibe ein Ficker und Bumser.

In diesem Sinne: "Sleep yourself and fuck the others!"
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jakob (hat lucy als freundin) 07/23/2009 03:51

rate mal, was wir gerade gemacht haben.... vielleicht gibts ja mal einen blog darüber, was man tun muss, dass man nach dem bürsten nicht gleich einschlafen will...
:=0

WORTlieb mARTin 07/24/2009 01:29


Um der Müdigkeit nach dem Sex zu entgehen, gibt es ein sehr wirksames Mittel: Nochmals Sex haben, oder Lucy?


LUCY_17 (HAT ENDLICH EINEN FREUND) 07/23/2009 03:48

ICH FINDE JA "VÖGELN" SEHR GEIL! HAST DU MAL ZWEI VÖGEL VÖGELN GESEHEN? DAS TÖRNT MICH RICHTIG AN!!! "BÜRSTEN" HINGEGEN FINDE ICH AUCH VOLL ÄTZEND, BÄ! ICH WERDEN DEINEN BLOG WEITEREMPFEHLEN.

WORTlieb mARTin 07/24/2009 01:32


Ja, über das "Vögeln" gibt es am Samstagabend noch einen Nachtrag in meinem Blog, musst du unbedingt lesen, wenn dir das "Vögeln" so gefällt...
Also bis dann und danke fürs Weiterempfehlen!


heinrich vogler 07/22/2009 20:03

lustigmachung über nachnamen find ich gar nicht lustig! ;-)

WORTlieb mARTin 07/24/2009 01:34


Ich werde es in Zukunft beherzigen, Herr Vogler!


nadja 07/22/2009 15:59

wäre interessant aus diesem text einen historischen, ethymologischen dokumentarfilm zu machen, zdf, 3sat oder arte wären sicherlich dankbar. ich aber, bin dankbar, bei wortlieb immer wieder neue texte lesen zu können, und mir danach das gelesene genüsslich durch den kopf gehen zu lassen - werde nun zur abstimmung switchen.