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Poetenblog? Nicht mehr da!

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Zweiter Akt: LIEBE MACHT TOT!

Veröffentlicht am 11. Juni 2009 von WORTlieb mARTin in Bühne

Das Drama des Lebens  ist ein Wechselspiel zwischen zwei Mächten und besteht nur aus zwei Themen: Liebe und Tod, alles dreht sich darum, keine weiteren Themen werden akzeptiert, nichts anderes hinzugefügt, bloss die Liebe und der Tod, die weibliche Liebe und der männliche Tod. Schwarz und Weiss, sie spielen miteinander gegeneinander wie im Schachspiel. Das Leben ist Drama, weil Mächte kräftemessen und Monopole zueinander finden wollen. Das Leben ist ein Drama, weil es ein Ping-Pong-Spiel im Kreislauf des Blickfeldes ist, es pingt von der Liebe und pongt hin zum Tod, hin und her. Der Tod im Allgemeinen ist allgegenwärtig und wartet bloss auf seine Erfüllung, auf seinen Auftritt in der Szene, auf seine Szene im letzten Akt. Zwischendurch schleicht er sich ein, rund um uns herum, manchmal ist er mitten drin. Es welken die Blumen, es sterben Gefühle, es werden Emotionen getötet, selbstgemordet von liebeskranken Eifersüchten und schlechte Eigenschaften werden im Keim erstickt. Das Drama um Liebe und Tod ist Grundlage jedes Lebens, jeder Literatur, jeder Kunst. So auch hier.

 

Das Wort Liebe kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet: "Gutes", "Angenehmes" und "Wertvolles". Obschon man es kaum glauben kann, ist das Drama voll davon. Könnte man Madame Liebe aufteilen, könnte man sie so verstehen, dass die geschlechtliche Liebe oft als Antrieb genutzt wird, die familiäre Liebe als Basis dient und die Selbstliebe als Grundlage zum gesteigerten Empfinden des Dramas gesehen wird. Die Liebe steigert die Lust am Drama, der Tod fördert die Angst, aus der wir gezwungen werden, das Drama zu erleben. Die freilaufenden Dramatiker lenken um der Angst Willen ihr Augenmerk auf die Liebe, denn alles dreht sich um die Liebe, wenn man die Augen vor dem Tod verschliesst. Meist wird jedoch nicht der wahren Liebe Beachtung geschenkt, sondern bloss der schöden, weltlichen, körperlichen Liebe. Sex sells und ist überall, sogar in der Kaffeewerbung. Sex, Pornografie, Reiz und Gegenreiz bestimmen unser Leben bis zum Tod. Man 'schläft' mit jemandem und ist sich nicht bewusst, dass sich dabei zwei Liebende im doppelten Sinne vereinen. Erstens wird der Orgasmus  auch "Kleiner Tod" genannt, zweitens ist der im Leben lebenswichtige Schlaf der Bruder des Todes und drittens vereinen sich auch die aufeinanderbumsenden Akteure. "Zusammen schlafen" ist also die Verbindung zwischen Liebe und Tod. Sex ist der letzte Akt der Liebe und ist somit auch wieder ein bisschen Tod. Aus diesem Tod aber entsteht die Neugeburt. Denn ohne die Liebe gäbe es auch keine Geburt, da jede Geburt in der Liebe gründet und ohne das Gebären gäbe es auch keinen Tod. Vor dem Leben war der Tod und nach dem Drama ebenfalls. Liebe und Tod waren Vereinte, Vermählte und unsterblich Verliebte. Ihr Drama besteht darin, dass das Leben mit der Geburt eines Wesens sie trennte. Getrennt voneinander müssen sie in jedem Leben alleine überleben.  So waren die Frau Liebe und der Herr Tod vereinigt und zusammengeschmolzen, bis sie von der Geburt des Dramas gezwungen wurden, getrennt das Leben zu beginnen, welches ein ewiger Kampf zwischen Liebe und Tod darstellt. Kaum sind wir geboren, wurden diese zwei mächtigsten Monopole getrennt und fechten ein Leben lang um ihre Gunst, kämpfen darum, wieder vereint zu sein. Den Übergang vom Liebe und Tod, vom Beginn des Dramas und dem Ende der Vorstellung nennt man Sterben und bezeichnet eigentlich auch wieder gleich eine Neugeburt. Ein Wiederfinden, eine Zusammenkunft zweier Vermählten.  Der Tod ist der endgültige Beweis für das Leben, er ist endgültig und dauerhaft, wie die wahre Liebe es ist. In jedem Drama kommt mindestens der Tod vor, manchmal auch oft die Liebe und im Glücksfall auch die Liebe, die über den Tod hinaus reicht. Der Tod ist der Verlust der Sinne, des Körpers, des Weltlichen, nach dem Tod kann der Dramatiker sich endlos der Liebe hingeben, selbst dann, wenn er sich während des Lebens zuwenig um die Liebe gekümmert hat. Das wahre Drama und auch der Grund, weshalb unser Leben ein Drama ist, liegt eben dort begraben. Trennt man Liebende, muss man leiden. Wer geboren wurde, hat Liebende getrennt und muss leiden bis zu dem Zeitpunkt, bei dem er stirbt und als Wiedergutmachung wieder die Liebe mit dem Tod versöhnt. Jedes Lebewesen lebt das Drama und leidet, bis dass der Tod die Liebenden vereine...

In diesem Sinne: "Die for Love!"

 


Bei diesem Artikel handelt es sich um einen poetischen Dreiakter. Lesen Sie HIER den letzten Akt über den Höhepunkt des Dramas. 


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freudianer 06/15/2009 15:18

Liebe und Tod gehören zusammen. Freud hat einen Antagonismus von Libido und Todestrieb postuliert. Warum konnte mir Freud nicht so genau sagen wie dieser 3-Akter-Blog! Bravo!

WORTlieb mARTin 06/14/2009 16:45

Ehre ist Selbstliebe. Mitleid ist Nächstenliebe. Hilfe ist Liebe.
...und Mut ist die Verbindung zwischen Liebe und Tod. Denk dich doch ein bisschen in den Text hinein, dann wirst du immer nur auf Liebe und Tod kommen. Versuchs mal richtig!

Mario Heschel 06/14/2009 13:26

Wie bitteschön kannst du den Mitleid haben, helfen, etc. ohne Liebe?
Das is ja wohl kein wahrer Wert: Mitleid ohne Liebe! Pfui

ilsebilse 06/12/2009 22:31

...und was ist mit Mut, Ehre, Mitleid, Hilfe und all die anderen, wichtigen Grundwerte?

nadja 06/12/2009 02:06

so schön und gut wurden die grossen, zentralen, philosophischen fragen der menschheit selten beantwortet wie hier! und das wichtigste: trotz dem drama wächst die HOFFNUNG! JA! ich beginne sogar das drama zu begreifen und lieben - wie bei shakespeare... ist wortlieb etwa der zeitgenössische nachfolger, mit dem kleinen unterschied, dass er deutschsprachig schreibt - wie die grossen dichter ubd denker...