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Der PoetenBlog begleitet mich auf meinen sur- und subrealen Reisen. Als augenzwinkernder Poet und Dramatiker begebe ich mich gerne genüßlich im Klubseßel - mit einem halbvollen Glas und einer Selbstgedrehten in der Hand - auf eine gedankliche Odyssee... Für Sie als irreale Nachlese bereitgestellt.

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Saturday, 25. april 2009 6 25 /04 /Apr. /2009 20:20
- von WORTlieb mARTin
Geldnoten sind künftig nichts mehr wert. Alles was glänzt, wird nur noch blenden. In Zukunft bezahlt man mit Talenten. Ein Talent ist ein Wert. Wer ein Talent besitzt, der kann seinen Wert steigern. Und wer Wissen hat, der kann Wissen erweitern oder verbreiten. Im Sinne von Comenius, der besagt, dass:  „Allen alles ganz zu lehren“ („omnes omnia omnino“) sei. Das setzt aber die Lust am Lernen voraus. Trotz seiner zum Teil absurden christlichen Ansichten, bin ich in diesem Punkt ein klarer Befürworter von Comenius, welcher ebenfalls den zwangsfreien Unterricht praktizierte, sowie in einem extrempazifistischen Sinne den Zwang in jeder Hinsicht ablehnte: „Alles fließe aus eigenem Antrieb, Gewalt sei fern den Dingen“ predigte er und wurde Vorreiter der heutezutägigen, pädagogisch-wertvollen Kreativ-Unterrichts-Methoden. Wir gehen in die Schule, um zu lernen. Der Lehrer lehrt, die Schüler lernen. Dann gehen die einen oder anderen in eine sogenannte Lehre. Während der Lehrzeit erlernen sie den Beruf. Wieso heisst er aber Lehrling und nicht Lernling? Es sei denn, die Lehrmeister können vom Lehrling auch etwas lernen. Was das Wort Lehrling verbirgt ist kaum jemandem aufgefallen, mir schon.

Das Wort "Lehre" ist eine Zeit, in der man etwas lernt. Das Wort "ling" bedeutet soviel wie "junger Mann", man siehe dieses "ling" auch bei Jüngling (Ggt. Jungfrau) . Der Lehrling ist also ein junger Mensch, der etwas lernt. Er erlernt einen Beruf. Der Lehrer lernt den Lernenden das zu Lernende. Also ist der Lehrling auch ein Lehrer der Lehrmeister, da junge Menschen oft innovativer sind, oft auch Verhaltensweisen analysieren können, die Situation von einer anderen Seite, aus einer anderen Perspektive sehen und somit eben auch dem Lehrmeister etwas beibringen können. Der Lehrling lehrt also die Lehrmeister das zu Lehrende und die Lehrmeister lernen den Lehrling das zu Lernende, so dass beide lernen und lehren, eben nicht so wie bei dem Lehrer-Schülerverhältnis. In der Lehre wird der Lehrmeister zum Lernmeister, denn wer ein Meister im Lernen ist, der wird Lehrmeister und kann lehren und weiterhin auch (dazu) lernen. 
Bei diesem Prinzip des Lehren und Gelernt-Werdens bin ich natürlich Zuvorderst mit dabei. Wenn also das nächste Mal die schöne Nachbarin von schräg-vis-à-vis bei mir klingelt, wenn sie eine Prise Salz braucht, dann erzähle ich ihr meine Theorie von Comenius und fordere also - als Gegenleistung für das Salz - eines ihrer Talente ein... Vielleicht kann ich auch etwas von ihr lernen und zum Dazulernen bin ich nie zu faul!

In diesem Sinne:
"Ask for a trace of salt and become pepper!"

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Kommentare

Frei nach dem Motto: ich bin LEERLING, mein Vater war LEERER, mein Bruder ist LEERMEISTER, nur meine Mutter ist voll VOLL
Kommentarnr1 gepostet von Xist am 26.04.2009 um 13h16

Sie wollen mich doch bloss darauf hinweisen, dass man auch Wissen ausleeren kann, im Sinne von 'verbreiten', zum Beispiel. Der G'scheite, der schöpft lieber, während der Dumme ausleert. Lerne diese Lehre! Lehre dieses Lernen!

Antwort von WORTLIEB MARTIN am 23.07.2012 um 13h25

Es ist genauso wie du schreibst, der Lehrer lernt schon bei der Vorbereitung, da er sich mit den zu lehrenden Themen in der Regel intensiv auseinander setzt, um möglichst alle Fragen korrekt zu beantworten und nicht als unwissend oder die Materie nur an der Oberfläche ankratzend zu geltend. Leider gilt das nicht für alle Lehrer, ich hatte während meiner Schulzeit einmal einen Disput mit unserem Direktor (er war Philosophie und Geschichtslehrer) und er kam fast jedes Mal mit dem Satz rein "Ich denke also bin ich, bitte setzen" Eines Tages erwiderte ich, das der Satz von Aristoteles in meine Augen nicht ganz korrekt ist, er sollte eher heißen "Ich denke also war ich", da sich für mich das Denken nur auf Vergangenes oder Zukünftiges beziehen konnte und ich aber im Hier und Jetzt lebe also in der Gegenwart und da man in der Gegenwart schlecht über das seiende Nachdenken kann (was ich meine ist, im zeitlichen Moment des Gedankens der Gegenwart ist ja schon wieder an das Gedachte die Vergangenheit) war ich der Meinung das es ein interessanter Ansatz für eine Diskussion sei, er erwiederte ich sollte für so eine unqaulifizierte Bemerkung doch bitte den Klassenraum verlassen, da ich den Geist hinter  Aristoteles bei weitem nicht verstehen würde. Somit sehe ich den Artikel eher als Wunschtraum an, den es gibt leider auch Lehrer die gar nicht lernen wollen...:-)

Liebe Grüße

 

Vince

 

PS. Schöne Seite

 

Kommentarnr2 gepostet von Vincent Jimaa am 20.07.2012 um 03h18

Quod erat demonstrandum:

Nicht jeder Lehrer kann lehren und nicht jeder kann lernen.

Danke für diese Anekdote, deinen Kommentar und das Kompliment.

Antwort von WORTLIEB MARTIN am 23.07.2012 um 13h14

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